Gefühle sind von Haus aus Rebellen / Tagung des Forschungsinstituts für Musiktheater Thurnau der Universität Bayreuth in Kooperation mit der Oper Halle

Musiktheater als Katalysator und Reflexionsagentur für gesellschaftliche Entwicklungsprozesse Tagung des Forschungsinstituts für Musiktheater Thurnau der Universität Bayreuth in Kooperation mit der Oper Halle

In den vergangenen Jahren sind in altehrwürdigen Opernhäusern vermehrt Laboratorien eines emphatischen Musiktheaters entstanden. Sie scheuchen sich weder vor der großen Operngeste noch vor tagespolitischer Aktualität und versuchen, die Relevanz der Gattung mithilfe des aktiven
Bespielens von Gefühlshaushalten und durch demokratische Dramaturgien wiederzubeleben. Ausgehend u. a. vom konkreten Fall der Oper Halle widmet sich diese gemeinsame Tagung Positionen und Perspektiven der Oper als ästhetische Praxis und institutionelle Struktur, um die vielfältigen, vor allem auch politischen Potenziale der Gattung als vitale Form darstellender Kunst zu ergründen, aber auch kritisch zu befragen.


5.–7. JULI 2019 IM OPERNCAFÉ DER OPER HALLE
EINTRITT FREI, UM ANMELDUNG WIRD GEBETEN
Weitere Informationen & Kontakt unter fimt.uni-bayreuth.de/de/rebellen
Ansprechpartner: Dominik Frank (fimt), Dr. Ulrike Hartung (fimt), Kornelius Paede (Oper Halle)

Freitag, 05.07.2019

16:30-17:00 Eröffnung Florian Lutz (Intendant Oper Halle), Prof. Dr. Anno Mungen (Institutsleiter fimt), Kornelius Paede (Dramaturg, Oper Halle)

PANEL 1: EMOTION UND IMMERSION

17:00-17:45 Dominik Frank (fimt) und Valerie Kiendl(Julius-Maximilians-Universität Würzburg), „Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang!“ – Adorno, Oper, Manipulation

17:45-18:30 Podiumsgespräch „Kulturpolitik – Kultur? Politik? Oper zwischen kultureller Teilhabe und Ökonomien des Ästhetischen”
mit Kirsten Haß (Kulturstiftung des Bundes), Sabine Reich (Theater Dortmund ab Spz. 20/21) und Dr. Ulrike Hartung (fimt, Moderation)

18:45-19:10 Stückeinführung Messa da Requiem (Kornelius Paede)

19:30-21:00 Vorstellung Messa da Requiem von Giuseppe Verdi, Inszenierung: Florian Lutz. In der Raumbühne BABYLON von Sebastian Hannak

21:15-22:15 Podiumsgespräch “Untergang genießen – Wirklichkeit erfinden? Oper als Stadtmusiktheater und Musiktheaterstadt.”
mit Florian Lutz (Oper Halle), Sebastian Hannak(Bühnenbildner Raumbühne Babylon), Dr. des. Sarah Mauksch (Goethe-Universität Frankfurt) und Kornelius Paede (Oper Halle, Moderation)

Samstag, 06.07.2019

09:30 Begrüßung und szenische Intervention mit dem Performance-Kollektiv „Dürer im Speckmantel“ (Julia Fleiner, Christine Stein, Thomas Rufin) (Universität Bayreuth)

PANEL 2: MAKE OPERA RELEVANT AGAIN!

10:00-11:00 Podiumsgespräch „Kulturpolitische Transferprozesse“
mit Sophie Diesselhorst (nachtkritik), Prof. Dr. Anno Mungen (Leiter fimt), Michael v. zur Mühlen(Chefdramaturg, Oper Halle) und Dr. Jeanne Bindernagel (Theaterwissenschaftlerin, Moderation)

11:00-11:45 Dr. Ulrike Hartung (fimt, Uni Bayreuth): „Gefühle sind von Haus aus Rebellen“: wie sich die Oper durch die Krise kämpft

11:45-12:30 PD Dr. Christiane Plank (LMU München): Transformative Wirkungsweisen im Musiktheater für junges Publikum

13:00-14:30 Mittagspause

PANEL 3: POLITISCHES MUSIKTHEATER – HALLESCHE SCHULE?

14:30-15:15: PD Dr. Birgit Wiens (LMU München): Scenographic Architecture(s). Überlegungen zu Sebastian Hannaks Raumbühnen-Konzeptionen für das Opernhaus Halle

15:15-16:00 Kornelius Paede (Oper Halle): Dokumentarisches Musiktheater. Über die Potenziale eines unterschätzten Genres und Strategien der Authentifizierung im Artifiziellen

16:00-16:45 Dr. Harry LehmannDie DeDekonstruktivisten. Zur Ästhetik von Trond Reinholdtsens Ø Trilogie.

17:00 – 18:30 Pause | Treffen der AG Musiktheater der Dramaturgischen Gesellschaft

19:30-21:30 Vorstellung #BIZARR. Ballettspektakel von Michal Sedláček mit dem Ballett Rossa. In der Raumbühne BABYLON von Sebastian Hannak.

ab 19:30 get together im Diebels am Händelhaus, Kleine Marktstr. 3

Sonntag, 07.07.2019

PANEL 4: ,ENTKOLONIALISIERUNG’ DER OPER?

11:00-11:45 Fabian Lehmann (Iwalewa-Haus, Universität Bayreuth): Black Orpheus. Oder: Die Geburt der Tragödie aus dem Schoße Afrikas. Christoph Schlingensiefs und Thomas Goerges Erzählung in Festspielhaus Afrika (2009)

12:00-12:45 Dr. Sarah Hegenbart (TU München): Zur Oper in der Sahelzone: “Bintou Wéré: l’Opéra du Sahel” in Mali und “Village-Opéra Afrique” in Burkina Faso als Entwürfe einer dekolonialisierten Opernform

13:00-14:00 Podiumsgespräch “Die Afrikanisierung der Oper? Meyerbeers L’Africaine als Modellversuch”
mit Lionel Somé (Regisseur), Philipp Amelungsen(Dramaturg, Oper Halle), Nina Gühlstorff (Regisseurin), Prof. Dr. Patrick Primavesi (Universität Leipzig), Dr. Katrin Stöck (Musik- und Theaterwissenschaftlerin)

14:00-15:15 Pause

15:15-15:45 Stückeinführung L’Africaine (Philipp Amelungsen)

16:00-19:00 Vorstellung L’Africaine IV. NISALB LIÈFO (Verwandlung). Nach der Grand opéra von Giacomo Meyerbeer. Inszenierung: Lionel Somé/Nina Gühlstorff. In der Raumbühne BABYLON von Sebastian Hannak.